Jede Narbe und die dazugehörige Geschichte dürfen Raum und Aufmerksamkeit bekommen, ganz gleich ob nach einer größeren Operation, einer Laparoskopie oder einer Sectio (Bauchgeburt).
Die osteopathische Narbenbehandlung bietet die Möglichkeit, dem Körper mehr Raum zu geben. Dafür wird die Beweglichkeit und die faszialen Verbindungen des Narbengewebes behandelt.
Ziel ist eine langanhaltend freie Bewegung sowie eine spürbare Schmerzlinderung.
Warum sollte eine Narbe behandelt werden?
Mehr Beweglichkeit mit Hilfe von Narbentherapie!
Der Fokus der Narbenbehandlung liegt darin, Narben wieder beweglich und somit funktional machen zu können. Was ist damit gemeint?
Der Körper ist eine funktionale Einheit. Alle Strukturen sollten frei in ihrer Bewegung sein oder die Möglichkeit haben, sich an Anforderungen des Körpers anzupassen. Kommt es zu Verwachsungen oder Narben, fehlt dem Körper die Möglichkeit der Flexibilität oder die Kompensationsfähigkeit. Es kann zu einer faszialen Spannung kommen, die sich auch auf das muskuloskelettale, Organ-, und Nervensystem auswirken. Häufige Folgen sind Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen, das Gefühl nicht frei atmen zu können oder vieles andere.
Ziel ist eine langanhaltend freie Bewegung sowie eine spürbare Schmerzlinderung.
Durch meine lange Erfahrung u.a. in der Handtherapie arbeite ich bereits seit mehr als 15 Jahren mit Narben.
Wann kann eine Narbe behandelt werden?
Behandlung vor einer Operation
Je besser versorgt und entspannter das Gewebe ist, desto besser sind die Chancen für eine gute Wundheilung.
Durch einen körperlichen Check-up mache ich mir einen ersten Eindruck. Wir können gemeinsam geplante Operationen besprechen und bereits im Vorfeld Übungen zur Entspannung und Versorgung des Gewebes, sowie Atemübungen, erarbeiten.
Auch die spätere postoperative Narbenversorgung wird besprochen und genau erklärt. Wie zum Beispiel vor einer Mastektomie.
Narbenbehandlung nach einer Operation
Keine Narbe ist zu „alt“. Auch nach vielen Jahrzehnten können Narben noch gut und nachhaltig behandelt werden. Die oberflächlich aussehende Narbe kann sich auch nach Jahren in der Tiefe auf viele weitere Strukturen und Regionen auswirken.
Bei der Testung der Narbe werden die Beweglichkeit und die faszialen Verbindungen des Narbengewebes untersucht. Osteopathische Techniken bieten mir die Möglichkeit präzise an einzelnen Strukturen zu arbeiten. In einigen Fällen eignen sich direkte Techniken wie das Liedler-Konzept.
Es werden individuelle Übungen gezeigt und besprochen. Denn vieles kann selbstständig zu Hause gemacht werden. Dadurch werden Narbe und Körper freier und beweglicher.
Urogenitale Narben
Ein besonderes Anliegen ist mir die Behandlung von Narben im urogenitalen Bereich. Sie entstehen häufig durch Geburtsverletzungen, Entzündungen oder operative Eingriffe, bleiben jedoch oft lange unbeachtet.
Sie können zu einer erhöhten Spannung im Beckenboden, Schmerzen und Einschränkungen in der Sexualität sowie beim Wasserlassen oder Stuhlgang führen.
Mir ist es wichtig, diesen sensiblen Bereich achtsam zu begleiten, um dem Körper wieder mehr Leichtigkeit zu ermöglichen und der Beckenregion so ihre volle Funktionalität zurückzugeben.
Vor einem Rückbildungskurs empfehle ich daher einen Narben-Check, damit der Beckenboden gut vorbereitet ist und stark werden kann.